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Einen Getränkeautomat gebraucht zu kaufen spart gegenüber dem Neugerät oft mehrere tausend Euro, verlagert aber das Risiko auf Sie als Käufer. Entscheidend sind der Zustand der Kühltechnik, das verwendete Kältemittel, ein zum Sortiment passendes Ausgabesystem und ein Bezahlsystem, das Karte und Smartphone annimmt oder sich nachrüsten lässt. Im Oktober 2026 werden einfache Altgeräte auf großen Online-Marktplätzen schon für einige hundert Euro angeboten, gepflegte Markengeräte liegen im unteren vierstelligen Bereich. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie ein Angebot prüfen, welche Kosten nach dem Kauf folgen und für welchen Betrieb sich ein Gebrauchtgerät wirklich lohnt.
Ein gebrauchter Getränkeautomat lohnt sich vor allem dann, wenn Sie den Automaten selbst befüllen, einen Standort mit überschaubarer Frequenz bedienen oder einen neuen Standort mit wenig Kapital testen wollen. Vereine, Sportstätten, Werkstätten und kleinere Produktionsbetriebe fahren damit oft gut. Wer dagegen keinen eigenen Aufwand für Befüllung und Technik will, ist mit einem gemieteten Getränkeautomaten oder einem Aufsteller im Betreibermodell besser bedient.
Der Preisvorteil hat eine Kehrseite. Gewährleistung ist bei Gebrauchtgeräten oft ausgeschlossen, Ersatzteile für alte Serien werden knapp, und ältere Kühlaggregate verbrauchen mehr Strom als aktuelle Geräte. Rechnen Sie deshalb immer die Kosten über mehrere Jahre und nicht nur den Kaufpreis. Den Gesamtvergleich aller Beschaffungswege finden Sie im Ratgeber Verkaufsautomat kaufen oder mieten.
Die Tabelle zeigt, worin sich die Wege unterscheiden. Die Neupreise stammen aus dem Marktkorridor gewerblicher Warenautomaten, die Gebrauchtpreise aus einer Momentaufnahme öffentlicher Inserate auf einer großen Auktionsplattform im Oktober 2026.
| Kriterium | Neugerät | Generalüberholt vom Händler | Gebraucht von privat oder Betrieb | Miete |
|---|---|---|---|---|
| Typischer Preis | 5.990 bis 11.954 Euro netto | oft um 2.000 bis 3.000 Euro | einige hundert bis gut 1.000 Euro | etwa 245 bis 249 Euro im Monat |
| Gewährleistung | gesetzlich und Herstellergarantie | häufig vom Händler zugesagt | oft ausgeschlossen | Vermieter haftet für Funktion |
| Kältemittel | meist natürliche Kältemittel | je nach Baujahr | oft R134a oder R404A | je nach Gerät |
| Kartenzahlung | meist ab Werk | teilweise nachgerüstet | selten vorhanden | meist enthalten |
| Risiko für Sie | gering | mittel | hoch | gering |
Generalüberholt bedeutet nicht überall dasselbe. Fragen Sie den Händler, welche Teile getauscht wurden, ob das Kühlaggregat geprüft wurde und welche Garantie er schriftlich gibt.
In der Stichprobe öffentlicher Inserate für Sielaff-Geräte im Oktober 2026 reichten die Angebote von 300 bis 4.500 Euro. Einfache ältere Getränkeautomaten wurden für 500 bis 700 Euro angeboten, Geräte der Sielaff FK-Serie für etwa 1.200 bis 1.350 Euro, ein generalüberholter Robimat 99 für 2.250 Euro und ein gebrauchter Robimat 75 für 3.000 Euro. Diese Preise sind Angebotspreise und keine Marktdurchschnitte, sie zeigen aber die Spanne, mit der Sie rechnen können.
Zum Kaufpreis kommen Transport mit Hubwagen oder Spedition, denn ein Getränkeautomat wiegt mehrere hundert Kilogramm. Hinzu kommen gegebenenfalls ein neuer Kartenleser, eine Wartung des Kühlkreislaufs, neue Schlösser und eine Reinigung. Was ein Neugerät im Betrieb kostet, erläutert der Ratgeber Kosten eines Getränkeautomaten.
Die Kühlung ist das teuerste Bauteil und die häufigste Ursache für Ausfälle. Lassen Sie den Automaten vor dem Kauf mindestens einige Stunden laufen und messen Sie die Innentemperatur mit einem eigenen Thermometer. Das Aggregat sollte gleichmäßig anlaufen und abschalten, ohne laute Geräusche oder ständigen Dauerbetrieb.
Ein Gerät mit Energieetikett ist ein Vorteil. Seit März 2021 gilt für gekühlte Verkaufsautomaten die EU-Energiekennzeichnung mit Klassen von A bis G und Angabe des Jahresverbrauchs in Kilowattstunden. Ältere Geräte haben kein Etikett und verbrauchen oft mehr. Neue Geräte liegen im Marktkorridor bei etwa 243 bis 522 Euro Strom im Jahr. Mehr zur Technik im Ratgeber Kühlung von Verkaufsautomaten.
Viele ältere Getränkeautomaten arbeiten mit den fluorierten Kältemitteln R134a oder R404A. Die EU-F-Gase-Verordnung 2024/573 begrenzt das Inverkehrbringen neuer steckerfertiger Gewerbekühlgeräte mit klimaschädlichen Kältemitteln, laut Umweltbundesamt dürfen ab 2025 neue gewerbliche Kühlgeräte mit Kältemitteln ab einem Treibhauspotenzial von 150 nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Der Weiterbetrieb bestehender Geräte bleibt erlaubt.
Für Sie als Käufer bedeutet das zweierlei. Erstens werden fluorierte Kältemittel durch die schrittweise Mengenbegrenzung knapper und teurer, Reparaturen am Kältekreis älterer Geräte können deshalb kostspielig werden. Zweitens dürfen Arbeiten am Kältekreislauf nur zertifizierte Fachbetriebe ausführen. Ein Gerät mit Propan, also R290, oder mit R600a ist zukunftssicherer. Klären Sie im Zweifel mit einem Kältefachbetrieb, ob sich eine Reparatur noch lohnt.
Getränkeautomaten unterscheiden sich vor allem in der Art, wie sie die Ware ausgeben. Das Ausgabesystem bestimmt, welche Gebinde Sie verkaufen können und wie robust der Automat im Alltag ist.
Dosen und PET-Flaschen fallen aus senkrechten Schächten, robust und einfach, aber mit wenigen Wahlmöglichkeiten.
Getränke liegen in Spiralen, viele Sorten möglich, Glasflaschen nur eingeschränkt geeignet.
Ein Lift holt das Produkt aus dem Fach und übergibt es schonend, geeignet für Glasflaschen.
Getränke und Snacks in einem Gehäuse, praktisch bei wenig Platz.
Sielaff bietet laut Herstellerseite unter anderem die FK Serie, die Robimat X Serie und die SiLine GF für Kaltgetränke an. Wer gezielt einen Sielaff Getränkeautomat gebraucht sucht, sollte die genaue Modellbezeichnung kennen und beim Hersteller oder einem Fachhändler nach Ersatzteilen fragen. Einen Überblick über aktuelle Neugeräte gibt die Seite Getränkeautomat für Unternehmen.
Viele Gebrauchtgeräte nehmen nur Münzen an. Das kostet Umsatz, weil immer mehr Kunden mit Karte oder Smartphone zahlen wollen. Prüfen Sie deshalb, ob der Automat eine MDB-Schnittstelle besitzt. Über diesen Standard lassen sich Münzprüfer, Banknotenleser und bargeldlose Systeme in den meisten Automaten verschiedener Hersteller anschließen. Selecta nennt die Nachrüstung älterer Automaten mit modernen Bezahlsystemen ausdrücklich als Leistung.
Fragen Sie auch, ob der Münzprüfer aktuelle Euromünzen sicher erkennt und ob er sich neu programmieren lässt. Wie die Nachrüstung abläuft und welche Gebühren dabei entstehen, erklärt der Ratgeber Kartenleser nachrüsten.
Mit dem Preisrechner vergleichen Sie die Kosten eines neuen oder gemieteten Getränkeautomaten mit Ihrem Gebrauchtangebot und erhalten passende Angebote.
Beim Kauf zwischen Unternehmen kann die Gewährleistung für Gebrauchtgeräte vertraglich ausgeschlossen werden, nicht aber die Haftung für arglistig verschwiegene Mängel. Kaufleute müssen gelieferte Ware zudem unverzüglich prüfen und Mängel sofort rügen. Halten Sie den Zustand deshalb bei der Übergabe mit Fotos und Protokoll fest. Bei Zweifeln hilft eine Rechtsberatung.
Für den Betrieb gelten dieselben Pflichten wie beim Neugerät. Sie melden den Automaten bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung, und wer Automaten als Gewerbe aufstellt, bringt Name und Anschrift sichtbar am Gerät an. Laut Verpackungsgesetz genügt beim Verkauf von Pfandflaschen aus Automaten eine geeignete Rückgabemöglichkeit in zumutbarer Entfernung. Wer Bier oder andere alkoholische Getränke anbieten will, braucht eine sichere Alterskontrolle am Warenautomaten.
Mit dieser Liste besichtigen Sie einen gebrauchten Getränkeautomaten strukturiert und vermeiden teure Überraschungen.
Besichtigen Sie den Automaten im Betrieb und nicht nur auf Fotos, und nehmen Sie bei größeren Summen eine Fachkraft mit.
Viele Käufer achten nur auf den Preis und übersehen die Folgekosten. Ein günstiger Automat ohne Kartenleser, mit altem Kältemittel und ohne Ersatzteile kann über die Jahre teurer werden als ein Neugerät oder ein Mietvertrag.
Auch steuerlich lohnt ein genauer Blick. Für neue Getränkeautomaten nennt die AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums 7 Jahre Nutzungsdauer, bei Gebrauchtgeräten wird eine kürzere Restnutzungsdauer geschätzt. Allgemeine Hinweise für alle Gerätearten gibt der Ratgeber Verkaufsautomat gebraucht kaufen.
Vereine und Sportstätten mit ehrenamtlicher Befüllung profitieren am meisten, weil die Investition niedrig bleibt. Werkstätten und kleine Produktionsbetriebe können ein robustes Schachtgerät für Wasser und Softdrinks günstig betreiben. Gewerbliche Aufsteller kaufen gebraucht, um neue Standorte zu testen, bevor sie ein Neugerät einsetzen.
Büros, Kliniken und Hotels sind dagegen mit Miete oder Betreibermodell meist besser beraten, weil dort ein verlässlicher Service und Kartenzahlung zählen. Für Snackgeräte lohnt der Vergleich mit dem Ratgeber Snackautomat mieten und dem Ratgeber Snackautomat leasen.
Auf großen Online-Marktplätzen reichten die Angebote im Oktober 2026 von einigen hundert Euro für einfache Altgeräte bis etwa 3.000 Euro für gepflegte Markengeräte. Generalüberholte Geräte vom Händler liegen meist im oberen Bereich. Hinzu kommen Transport, Kartenleser und gegebenenfalls Wartung.
Prüfen Sie Kühlleistung und Innentemperatur, das Kältemittel auf dem Typenschild, die Ausgabe mit echten Gebinden und das Bezahlsystem. Eine MDB-Schnittstelle erleichtert die Nachrüstung von Kartenlesern. Lassen Sie sich Schlüssel und Unterlagen vollständig übergeben.
Gebrauchte Sielaff-Geräte werden auf Online-Marktplätzen, bei Fachhändlern für Automaten und von Aufstellern angeboten, die ihre Flotte erneuern. Achten Sie auf die genaue Modellbezeichnung, etwa FK oder Robimat, und klären Sie die Ersatzteilversorgung. Sielaff bietet laut eigener Angabe einen deutschlandweiten Kundendienst.
Ja, der Weiterbetrieb bestehender Geräte ist erlaubt. Reparaturen am Kältekreis dürfen aber nur zertifizierte Fachbetriebe ausführen, und fluorierte Kältemittel werden durch die EU-Mengenbegrenzung teurer. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob die Kühlung zuverlässig arbeitet.
Zwischen Unternehmen kann die Gewährleistung für Gebrauchtgeräte ausgeschlossen werden, die Haftung für arglistig verschwiegene Mängel bleibt bestehen. Händler geben für generalüberholte Geräte häufig eine eigene Garantie. Lassen Sie sich diese schriftlich bestätigen.
In den meisten Fällen ja, sofern der Automat eine MDB-Schnittstelle besitzt. Dann lässt sich ein bargeldloses Terminal für Karte und Smartphone anschließen. Bei sehr alten Geräten ohne diese Schnittstelle ist die Nachrüstung aufwendig oder nicht möglich.
Bei der Anschaffung ja, über die Laufzeit nicht immer. Miete enthält oft Wartung und Ersatzgerät, beim Gebrauchtkauf tragen Sie Reparaturen und Ausfälle selbst. Rechnen Sie beide Wege über mindestens drei bis fünf Jahre durch.
Geben Sie Ihren Bedarf an und erhalten Sie kostenlos Angebote passender Anbieter.
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