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Getränkeautomat mit Kartenzahlung, so funktioniert bargeldloses Bezahlen am Automaten

Getränkeautomat mit Kartenzahlung, so funktioniert bargeldloses Bezahlen am Automaten
Inhalt

Ein Getränkeautomat mit Kartenzahlung nimmt neben oder statt Münzen auch Debit- und Kreditkarten, Smartphones und teils Mitarbeiterausweise an. Technisch sitzt dafür ein Kartenleser im Automaten, der über eine Standardschnittstelle mit der Steuerung spricht und Zahlungen per Mobilfunk an einen Zahlungsdienstleister übermittelt. Für Betriebe lohnt sich das, weil laut Deutscher Bundesbank 2023 nur noch 51 Prozent der Einkäufe bar bezahlt wurden. Dieser Ratgeber erklärt Technik, Kosten, Nachrüstung und die Auswirkungen auf Umsatz und Bargeldaufwand.

Das Wichtigste in Kürze

Was ein Getränkeautomat mit Kartenzahlung ist

Ein Getränkeautomat mit Kartenzahlung ist ein Verkaufsautomat, an dem Kunden ohne Bargeld bezahlen. Meist geschieht das kontaktlos, indem Karte, Smartphone oder Smartwatch an das Lesefeld gehalten wird. Viele Geräte kombinieren das mit Münzprüfer und Banknotenleser, andere arbeiten vollständig bargeldlos, etwa Smart Fridges.

Das Prinzip gilt für alle Automatentypen, also für Snack-, Kaffee-, Kombi- und Lebensmittelautomaten. Im Folgenden geht es um die Technik, die Kosten und die Frage, wann sich Kartenzahlung für Ihren Standort lohnt. Eine Übersicht der Komponenten bietet die Seite Bezahlsysteme für Warenautomaten.

Wie Kartenzahlung am Verkaufsautomat technisch funktioniert

Der Kartenleser ist das Bindeglied zwischen Kunde, Automat und Zahlungsnetz. Der Ablauf ist bei den meisten Systemen ähnlich.

  • Der Kunde wählt ein Produkt, der Automat meldet den Preis an den Kartenleser.
  • Der Kunde hält Karte oder Smartphone an das Lesefeld.
  • Der Kartenleser sendet die Zahlung per Mobilfunk an den Zahlungsdienstleister und erhält eine Freigabe.
  • Der Automat gibt das Produkt aus. Klappt die Ausgabe nicht, wird die Belastung storniert.

Schnittstellen MDB und Executive

Die Verbindung zur Automatensteuerung läuft meist über MDB, den Multi Drop Bus. Laut dem Zahlungsanbieter Nayax können Automaten über diese Schnittstelle mit einem bargeldlosen Zahlungssystem kommunizieren. Ältere Kaffeeautomaten nutzen teils das Executive-Protokoll. Hersteller wie Azkoyen nennen in ihren Unterlagen Einbauplätze für Münzprüfer, Banknotenleser und bargeldlose Systeme über MDB.

Telemetrie als Zusatznutzen

Weil der Kartenleser ohnehin online ist, übertragen viele Systeme zusätzlich Verkaufs- und Störungsdaten. Damit sehen Sie Füllstände aus der Ferne, wie auf der Seite Telemetrie für Warenautomaten beschrieben.

Welche Bezahlarten ein Karten-Verkaufsautomat annimmt

Moderne Kartenleser verarbeiten eine breite Palette an Zahlungsmitteln. Welche davon Sie freischalten, hängt vom Vertrag mit dem Zahlungsdienstleister ab.

Debit- und Kreditkarten

girocard, Debit Mastercard, Visa Debit sowie Kreditkarten, meist kontaktlos per NFC.

Mobile Wallets

Apple Pay und Google Pay über Smartphone oder Smartwatch, für Kunden ohne Karte dabei.

Mitarbeiterausweis

Geschlossene Systeme mit Firmenausweis und Guthaben, gut für Kantinenersatz und Zuschüsse.

App und QR Code

Bezahlung über eine App des Betreibers, teils mit Rabatten oder Treueprogramm.

Wichtig ist der Wandel bei den Debitkarten. Laut Nayax geben deutsche Banken seit Juli 2023 keine neuen Maestro-Karten mehr aus, sondern Debit Mastercard oder Visa Debit, häufig im Co-Badge mit girocard. Ältere Kartenleser, die nur girocard und Maestro kennen, verlieren daher Kunden.

Was Kartenzahlung am Getränkeautomat kostet

Die Kosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen, die je nach Anbieter unterschiedlich gewichtet sind.

KostenblockWas dahinterstecktHinweis
HardwareKartenleser mit Lesefeld, Modem und Kabelsatz für die SchnittstelleKauf oder Miete, Preise meist auf Anfrage
Monatliche GebührMobilfunk, Plattform, Telemetrie und Supportje Gerät, oft gestaffelt nach Funktionsumfang
TransaktionsgebührEntgelt des Zahlungsdienstleisters je Zahlungprozentual, fest oder kombiniert
InterbankenentgeltAnteil der kartenausgebenden Banklaut EU-Verordnung höchstens 0,2 Prozent Debit, 0,3 Prozent Kredit bei Verbraucherkarten
EinbauMontage und Einrichtung durch Technikerentfällt bei Neugeräten mit vorinstalliertem Leser

Bei Automaten sind die Beträge klein, ein Getränk kostet oft nur wenige Euro. Feste Gebühren je Transaktion wiegen daher schwerer als im Handel. Fragen Sie Angebote immer mit Rechenbeispiel für Ihren durchschnittlichen Bon an. Wie Sie Kosten und Erträge insgesamt einordnen, zeigt der Ratgeber Umsatz und Rentabilität eines Verkaufsautomaten.

Gesamtkosten mit Kartenleser berechnen

Der Preisrechner zeigt Ihnen in wenigen Schritten, welche Kosten für Automat, Bezahlsystem und Betrieb an Ihrem Standort realistisch sind.

Auswirkungen auf Umsatz und Bargeldaufwand

Der wichtigste Effekt ist, dass weniger Käufe an fehlendem Kleingeld scheitern. Laut Deutscher Bundesbank wurden 2023 zwar noch 51 Prozent der Einkäufe bar bezahlt, beim Umsatz waren es aber nur noch 26 Prozent, Debitkarten kamen auf 32 Prozent. Mobile Zahlungen machten 6 Prozent der Transaktionen aus, mit steigender Tendenz.

Anbieter von Bezahlsystemen werben mit deutlichen Umsatzsteigerungen, Nayax nennt etwa einen Durchschnitt von rund 30 Prozent. Solche Werte sind Anbieterangaben und hängen stark vom Standort ab. In Büros und Hochschulen mit jungem Publikum fällt der Effekt meist größer aus als an Standorten mit hohem Bargeldanteil.

Auf der Kostenseite sinkt der Aufwand für Bargeld. Weniger Münzen bedeuten seltenere Kassenleerungen, weniger Wechselgeld, geringere Einbruchsanreize und weniger Fahrten zur Bank. Dazu kommt die automatische Abrechnung, die Ihre Buchhaltung vereinfacht.

Snackautomat mit Kartenzahlung kaufen oder nachrüsten

Wenn Sie einen Snackautomat mit Kartenzahlung kaufen, ist der Kartenleser meist ab Werk vorbereitet oder eingebaut. Das ist die einfachste Lösung, weil Halterung, Verkabelung und Software aufeinander abgestimmt sind. Bei Neugeräten im Marktkorridor von etwa 5.990 bis 11.954 Euro netto sind Kartenleser vor allem in der oberen Hälfte üblich.

Vorhandene Automaten lassen sich in vielen Fällen nachrüsten, sofern sie eine MDB-Schnittstelle besitzen. Selecta etwa nennt die Nachrüstung älterer Automaten mit modernen Bezahlsystemen ausdrücklich als Leistung. Schritt für Schritt erklärt das der Ratgeber Kartenleser am Verkaufsautomaten nachrüsten. Wer weiter Bargeld annehmen möchte, findet Grundlagen unter Münzprüfer im Warenautomaten.

Getränkeautomat mit Kartenzahlung oder Bargeld im Vergleich

Die Wahl ist selten entweder oder. Die meisten Betriebe kombinieren beide Wege, damit niemand ausgeschlossen wird.

KriteriumNur BargeldNur bargeldlosKombination
Kundenreichweiteeingeschränkteingeschränkt bei Barzahlernam größten
Laufende KostenKassenleerung, WechselgeldGebühren je Zahlungbeides, aber geringerer Bargeldanteil
Einbruchsrisikohöhergeringmittel
Abrechnungmanuell zählenautomatischteilautomatisch
Typischer EinsatzVereinsheim, ältere StandorteSmart Fridge, Bürodie meisten Standorte

Anbieter mit bargeldlosen Lösungen

Die folgenden Anbieter nennen bargeldlose Bezahlfunktionen in ihren Angeboten, in alphabetischer Reihenfolge und ohne Wertung.

  • Dallmayr Vending mit dem bargeldlosen System Dallmayr Pay über den Mitarbeiterausweis.
  • Foodji mit Zahlung per Visa, Mastercard, SEPA, Apple Pay und Google Pay über App und Screen.
  • Jofemar mit eigenen Münzprüfern, Banknoten- und Kartenlesern.
  • Livello mit kontaktlosen Kredit- und Girokarten, Mobile Payment, App und NFC-Mitarbeiterkarte am Smart Fridge.
  • Selecta mit Münzen, Banknoten, Karte, kontaktlos sowie Apple Pay und Google Pay.
  • Vendon mit Telemetrie, die bare, Karten- und mobile Transaktionen an einem Ort zusammenführt.

Die Nennung ist keine Empfehlung, Konditionen nennen die Anbieter in der Regel auf Anfrage.

Steuer, Aufzeichnung und Datenschutz

Waren- und Dienstleistungsautomaten sind nach der Kassensicherungsverordnung nicht als elektronische Aufzeichnungssysteme mit technischer Sicherheitseinrichtung erfasst. Die allgemeinen Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten bleiben aber bestehen. Kartenzahlungen erleichtern das, weil jede Transaktion digital dokumentiert ist. Klären Sie die Details bitte mit Ihrer Steuerberatung.

Bei Mitarbeiterausweisen und Apps werden personenbezogene Daten verarbeitet. Prüfen Sie mit dem Anbieter den Vertrag zur Auftragsverarbeitung und beziehen Sie Ihre Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls den Betriebsrat ein.

Praxistipps für die Einführung

Mit wenigen Schritten gelingt der Umstieg ohne Ärger bei Kunden und Team.

Passende Geräte für Ihr Sortiment finden Sie auf den Seiten Getränkeautomat für Unternehmen und Snackautomat für Unternehmen.

Praxistipp

Testen Sie den Kartenleser in der ersten Woche selbst mit verschiedenen Karten und dem Smartphone.

Häufige Fragen

Es fallen Kosten für den Kartenleser, oft eine monatliche Gebühr je Gerät und Gebühren je Transaktion an. Das Interbankenentgelt für Verbraucherkarten ist in der EU auf 0,2 Prozent bei Debit- und 0,3 Prozent bei Kreditkarten begrenzt, dazu kommt das Entgelt des Zahlungsdienstleisters. Konkrete Preise nennen die meisten Anbieter auf Anfrage.

Beides ist möglich. Viele Neugeräte werden mit Kartenleser ausgeliefert oder sind dafür vorbereitet. Vorhandene Automaten mit MDB-Schnittstelle lassen sich in der Regel nachrüsten.

Bei Herstellern und Fachhändlern sowie bei Aufstellern, die Geräte auch verkaufen oder vermieten. Fragen Sie gezielt nach kontaktloser Zahlung, mobilen Wallets und Telemetrie. Auch aufbereitete Gebrauchtgeräte gibt es mit nachgerüstetem Kartenleser.

Ja, sofern der Kartenleser und der Vertrag mit dem Zahlungsdienstleister girocard unterstützen. Da neue Bankkarten meist zusätzlich Debit Mastercard oder Visa Debit tragen, sollten auch diese Verfahren freigeschaltet sein.

Der Kartenleser braucht eine Datenverbindung, meist über eine eingebaute Mobilfunkkarte. Ein eigener Internetanschluss am Standort ist daher oft nicht nötig, guter Mobilfunkempfang aber schon.

Häufig ja, weil Käufe nicht mehr am fehlenden Kleingeld scheitern. Anbieter wie Nayax nennen Steigerungen um rund 30 Prozent im Durchschnitt, das sind jedoch Anbieterangaben. Der tatsächliche Effekt hängt vom Publikum ab.

Das ist möglich und bei Smart Fridges üblich. An Standorten mit vielen Barzahlern, etwa in Vereinen, verlieren Sie damit aber Kunden. Für die meisten Betriebe ist die Kombination aus Münzen und Karte am sinnvollsten.

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